Peer-Education als Konzept

Kinder und Jugendliche werden Akteure und übernehmen für sich und andere Verantwortung.

 

Kinder lernen von Jugendlichen – Kinder lernen von Kindern: Das Programm „BildungsBande“ greift systematisch auf Erfahrungen gemeinsamen Lernens (Peer-Learning) zurück und setzt dieses sowohl schulübergreifend wie schulintern ein, indem ältere Kinder (und Jugendliche) jüngere Kinder und Schulanfänger in ihrer Entwicklung praktisch begleiten. Die Kinder erleben Interesse und Neugier bei den Älteren und finden unter den Schülercoachs eine Bezugsperson. Jugendliche übernehmen Verantwortung, lernen durch das eigene Handeln und nehmen sich als selbstwirksam wahr. So macht das Lernen Sinn und beiden Seiten Spaß.

„Schülercoachs“ sind hauptsächlich Jugendliche der Jahrgangsstufen 7-11 (inzwischen auch Grundschulkinder der Jahrgangsstufe 4, die in Kindergärten aktiv werden), die von ihrer Schule, der so genannten „Projektschule“, nach einem entwickelten Trainingskonzept zu festgelegten Zeiten jede Woche in „Partnergrundschulen“ – Grundschulen mit einem hohen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund und oftmals in sozialen Brennpunkten gelegen – gehen, um die Kinder als Schülercoachs in ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen und kreative Projekte mit ihnen durchzuführen.

Das Programm lässt sich ausweiten „nach unten“, indem jüngere Kinder in Kindergärten und Kitas gehen, um dort ihrerseits als Schülercoachs aktiv zu werden. Voraussetzung ist, dass ausgebildete Trainer und erfahrene Jugendliche in Grundschulen gehen, um dort Kinder zu Schülercoaches zu trainieren und diese ggf. bei ihren Einsätzen zu begleiten.

Das Programm lässt sich ausweiten „nach oben“, indem Studierende mit Jugendlichen arbeiten und sie coachen lernen. Die jungen Erwachsenen können die Schülercoachs anleiten und so ihrerseits ein praktisches Verständnis für das positive Zusammenwirken von Menschen erwerben.

Die Jugendlichen sind persönliche Begleiter für die Jüngeren – ihr Engagement wird aus der unmittelbaren Begegnung geweckt und lässt sie eine Vielzahl von unterschiedlichen Aktivitäten zu verschiedenen Themen entfalten.  Alle Schülercoachs werden von KoordinatorInnen begleitet und durch ExpertInnen gecoacht.

Das Programm nutzt den schulischen Raum. Dies ist deshalb erforderlich, da Kinder und Jugendliche heutzutage einen großen Teil ihrer Zeit in der Schule verbringen, ihre Freizeit immer mehr abnimmt und sie somit über Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit kaum noch erreichbar sind. Schule bietet außerdem einen geschützten Raum.

Bei „BildungsBande“ handelt es  sich jedoch nicht um ein schulisches Angebot. Schulen sind der Ausgangspunkt, der schulische Rahmen wird aber inhaltlich und organisatorisch bzw. räumlich aufgebrochen.

Innerhalb des Programms „BildungsBande“ werden themenzentriert regionale und lokale Projekte realisiert. Diese sind:

„BildungsBande – damit’s beim Lernen klappt“
„BildungsBande – mit Energie in die Zukunft“
„BildungsBande - mit Kinderrechten in die Zukunft"

Das Programm wird mit Schulen in Berlin, NRW und in Hessen seit einigen Jahren durchgeführt. Informationen zu Netzwerk BildungsBande, zu Key Facts und zu Teilnahme unter: www.bildungsbande.de.


Bildungs-Revolution in Finnland

Wie Unterricht abseits von starren Unterrichtsstrukturen aussehen kann, will Finnland offenbar in naher Zukunft testen. Nach Medienberichten will das Land sämtliche Schulfächer abschaffen. Projekte wie die BildungsBande sind wegweisend.

Bericht des mdr