Sprachförderung, Bildung und Teilhabe für geflüchtete Kinder und Jugendliche

Ferienschule in Berlin

Bei unserer "Berliner Ferienschule für geflüchtete Kinder- und Jugendliche" geht es um Sprachförderung, Bildung und Teilhabe. Gemeinsam mit Doreen Wermelskirchen und Marc C. Behrens von „Die Improvisionäre“ sowie Marta Galvis de Janzer und Wolfgang Janzer von "FUSION - Intercultural Projects Berlin e.V.“ entwickelte unsere Regionalleitung in Berlin, Lea Jaenicke, ein Konzept unter Berücksichtigung dieser Ziele. Eine Förderung der "Deutsche Kinder- und Jugendstiftung" (DKJS) macht die Umsetzung schließlich möglich.

Gestartet wird jeden Morgen mit einem gemeinsamen Frühstück, danach werden die 30 Kinder zwischen 6 und 14 Jahren in zwei Gruppen aufgeteilt: morgens Improvisationstheater, nachmittags Deutschunterreicht. Und am nächsten Tag wird getauscht ;  morgens Deutschunterreicht, nachmittags Improvisationstheater.

Aus dem einen Raum hört man Saman den anderen Kindern zurufen: „üüüüüüüü“ - er kommt aus Afghanistan, spricht schon gut Deutsch und kennt die Tücken der Deutschen Sprache. Er fordert die Anderen auf, es zu wiederholen. Ganz laut schallt es zurück: „uuuuuuuu“. Diese Umlaute sind gemein, sie lassen die deutschen Worte falsch klingen und rufen Missverständnisse in der Kommunikation hervor. „Ich habe ein BrUUUder, Roman und Poya sind BrÜÜÜder.“ Engagiert und voller Tatendrang sitzt die Gruppe Kinder zusammen, jubelt sich zu, verzweifelt am Ü-Umlaut und hilft sich gegenseitig durch das Sprachenwirrwar, wenn die Pausen des Einzelnen zu lang werden.

Im nächsten Raum üben zwei Kinder Pantomime, die andern müssen raten, was vorgemacht wird. Die erste Übung des Theaterspiels, ein langsames Herantasten an die Bühne und das Publikum. Es entstehen erste Szenen und das Publikum wirft den Spielenden neue Begriffe zu. Improvisationstheater und Spracherwerb!

Beim gemeinsamen Mittagessen lernen wir, dass „Nudeln sind typisch Deutsch“ und dass Couscoussalat „bei meinem Opa besser schmeckt“. Und überhaupt wird hier am meisten gelernt – die Gurke, mein Teller, seine Gabel... Gibt es einen besseren Lernort als die alltäglichen Momente? Das Fußballspiel danach gewinnen die Mädchen. So hat unsere Ferienschule wenig mit Schule im herkömmlichen Sinne, aber viel mit Ferien zu tun.
Und über den Tisch hinweg spielen wir alle gegeneinander „Schere Stein Papier“ – so lernen wir voneinander, was die Begriffe auf Farsi und Deutsch heißen. Mohammad gewinnt und alle Augen leuchten!

Programm Berliner Ferienschulen der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung: https://www.dkjs.de/themen/alle-programme/ferienschulen/
Die Imrovisionäre: https://improvisionaere.wordpress.com/
FUSION - Intercultural Projects Berlin e.V.: http://www.fusionstreet.com