Workshop der Zukunftsstiftung Bildung am 16. Mai 2020

Nachdenken über Schule und Bildung

"Schule – bloß nicht jammern! Eine Provokation über achteinhalb Stunden.", so lautet der Titel eines Workshops, den die Zukunftsstiftung Bildung am Samstag, den 16. Mai 2020, veranstaltet. Geschäftsführer Matthias Riepe erklärt das Anliegen des Workshops:

 

"Wir möchten provozieren. Mit diesem Workshop laden wir ein, engagiert darüber nachzudenken, warum so manches in der Schule nicht klappt, Eigeninitiative und Verantwortungsübernahme nicht selbstverständlich sind oder woran es liegt, daß viele Bemühungen scheitern. Lässt sich das ändern? Von guten Beispielen, über die wir auch reden wollen, lernen wir womöglich mehr als von so mancher Theorie und so vielen Programmen.

Aus unterschiedlichen Perspektiven möchten wir versuchen, genau hinzuschauen. Was „Schule“ ausmacht, hat sich im Laufe der Zeit verändert. Heute konzentrieren sich dort Probleme, die ganz verschiedene Ursachen haben, in einer unmittelbaren, leibhaften Weise. Wie unter einem Vergrößerungsglas werden gesellschaftliche Veränderungen sichtbar, die oft in getrennten politischen Arenen diskutiert werden. Bürokratisierung und Verrechtlichung tragen ein Übriges zur Desillusionierung von Schülern und Lehrern bei.

Wer über „Bildung“ spricht, weist auf Entwicklung hin. Denn Lernen führt zu persönlicher Erweiterung, zu neuen Stärken und Fähigkeiten. Geschieht es selbstmotiviert, macht es Freude und erzeugt Zufriedenheit. Lernen ist – so auch der gesellschaftliche Konsens – gewünscht und wichtig, deshalb staatlich organisiert – für Kinder und Jugendliche in einem bundesweit strukturierten und kontrollierten System, genannt „Schule“. Doch was originär zum Menschsein gehört und den Menschen ausmacht, mündet häufig in Enttäuschung und Lustlosigkeit. Viele Kinder und Jugendliche verweigern sich und gehen, kaum anders als viele Lehrer, ungern – in die Schule. Die Gründe? Durchgetaktete lange Tage im Klassenzimmer, gefühlte Sinnlosigkeit von Inhalten, restriktive und sanktionierende Strukturen? Wo bleibt die Freiheit?"