Newsletter

Aktueller Newsletter

November 2015

Seit dem letzten Newsletter ist genau ein Jahr vergangen. Neue Projekte und Konzepte, der Ausbau bestehender Programme bzw. Projekte und – nicht zuletzt – auch interne Veränderungen im Kuratorium und in der Mitarbeiterschaft zeigen anschaulich, dass die Zukunftsstiftung Bildung produktiv wachsen und ihr Aufgabenfeld erweitern kann, z.B. in der Verknüpfung von Bildung mit der Unterstützung von neu angekommenen Menschen. Dabei konnte auch die Zusammenarbeit mit neuen Partnern gestärkt werden.

Das Kuratorium stellt sich neu auf

Nach Jahren kontinuierlicher und vertrauensvoller Zusammenarbeit ist ein Teil der Kurator*innen ausgeschieden und hat den Weg freigemacht für neu dazukommende Partner*innen, die uns in der Arbeit der Stiftung beraten werden. Ganz herzlich sei an dieser Stelle gedankt: Margret Raesfeld, Dr. Brigitte Schumann, Dr. Reinald Eichholz, Walter Hiller, Ingo Krampen und Julian Kühn. Sie haben mit ihrer Expertise und vielfältigen Anregungen besondere Themen in die Stiftungsarbeit eingebracht, Schwerpunkte gesetzt und eine ganze Reihe von Initiativen angestoßen. Künftig werden sie uns bei der Ausrichtung von „Thementagen“ unterstützen und mit ihrer Erfahrung bereichern.

Weiterhin präsent im Kuratorium werden Nana Göbel und Christof Wiechert sein. Neu dazugewinnen konnten wir Bettina Eickhoff aus Bochum, Anke Erdmann aus Kiel und Walter Bald aus Hagen. Wir freuen uns sehr über die Zusagen und auf die Mitarbeit im Kuratorium. Des Weiteren wird Marije Ehrlich aus Amsterdam an der nächsten Kuratoriumssitzung am 14. Dezember 2015 anwesend sein, um unsere Arbeit kennenzulernen. Ergänzend haben wir Robert Thomas aus der Schweiz angefragt.

Vorstellung des Teams und Veränderungen

Zum 31. Mai 2015 ist Anna-Lilija Edelstein aus Berlin auf eigenen Wunsch ausgeschieden. Sie hat von Beginn an das Programm BildungsBande in Berlin als Regionalkoordinatorin – anfangs unter der Bezeichnung „Sprachbotschafter“ - aufgebaut. Wir verdanken Anna wichtige Impulse bei der praktischen Ausgestaltung des Programms BildungsBande in der Zusammenarbeit mit den Projektschulen und Partnereinrichtungen sowie in der theoretischen Begründung von Ansatz und Methodik zu Peer Learning, die dem Programm zugrunde liegen.

Die Aufgaben in Berlin hat seit dem 1. September 2015 Lea Jaenicke neu übernommen. Lea ist Kulturwissenschaftlerin und konnte vielfältig Erfahrungen mit kulturpädagogischen Projekten im In--? und Ausland sammeln. Sie hat wie ihre Vorgängerin den Vorteil, in Berlin zu leben und ist daher eng vertraut mit Projekten und Aufgaben in der Stadt. Nach einer intensiven Einarbeitungsphase und Begleitung der Schülertrainings im Ruhrgebiet hat sie mit Erfolg in den ersten Monaten mit den Schülercoachs in den Berliner Schulen gearbeitet.

Seit Mai 2014 ist Claudia Menge in der Stiftung tätig. Ihr Aufgabenfeld ist breit aufgefächert: Sie hat die Projektleitung von „Höre meine Geschichte – ein Kinder--?und Jugendlesefestival“ übernommen“, betreut die Websites von Zukunftsstiftung Bildung und von BildungsBande, verantwortet die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen und ist darüber hinaus als Assistenz der Geschäftsführung im Büro wirksam. 

Zur Unterstützung ist im September 2015 Michaela Rießland dazugekommen mit den Aufgaben Adresspflege und Kontakte, Antragsbearbeitung und Korrespondenz (in Unterstützung der Geschäftsführung) und Mitwirkung bei Veranstaltungen.

Veranstaltungen und Events

Lehrerfortbildung zu Peer Education am 18. / 19. November 2014:
Erstmals konnten wir aus unseren Erfahrungen mit dem Thema Peer Education eine Fortbildungsveranstaltung für Lehrkräfte und Schulleitungen in Kooperation mit dem „Forum Eltern und Schule“ FESCH, Dortmund, anbieten. Die Resonanz war – was die Anzahl der Teilnehmer*innen angeht – nicht so groß, dafür ist daraus jedoch z.B. die Aufnahme der Geschwister Scholl Gesamtschule in Lünen ins Programm BildungsBande entstanden. Inhaltlich fand die Veranstaltung ein gutes Echo. An diese Erfahrung anknüpfend werden wir künftig Fortbildungen für die Schulkoordinator*innen der Schulen im BildungsBande-Programm anbieten.

BandenTreff (Arbeits-und Lernfest der BildungsBanden in Berlin) am 22. November 2014 im Deutsche Bahn Tower: Durch Vermittlung von Peter Kraushaar, 9p strategy GmbH Berlin, konnten fast 90 Schülercoachs aus Berliner Schulen hoch oben im 11. Stock mit Blick über Berlin ein bunt--?lebendiges und intensives Fest feiern. Kennenlernen der Schulen, Workshops mit neuen Methoden, künstlerische Betätigung, Musik und leckeres Essen machten den Tag zu einem besonderen Ereignis.

BandenTreff (Arbeits-und Lernfest der BildungsBanden in NRW) am 26. März 2015 in der GLS Bank Bochum: Zum zweiten Mal konnte dieses Treffen der Schülercoachs aus NRW--?Schulen begangen werden, mit über 150 Kindern und Jugendlichen. Ähnlich wie in Berlin wurde das Fest durch besondere Schulpräsentationen bereichert. Außerdem gab es eindrucksvolle Aktionen wie eine „Modenschau“, die Schülercoachs der Frida-Levy Gesamtschule Essen mit Grundschülern einstudiert hatten.

Rekrutierung für den Krieg durch radikale islamistische Manipulation. Wie müssen der demokratische Verfassungsstaat und seine Bildungseinrichtungen auf diese Herausforderung für Schule und Zivilgesellschaft reagieren?
Kurt Edler, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik und Referatsleiter am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (bis August 2015) hat hierzu einen interessanten Abend zu einem hoch aktuellen Thema geboten. Die Veranstaltung war gut besucht. Im Deutschlandfunk und auf WDR 5 wurde dazu berichtet.

Abschluss des Projekts „Höre meine Geschichte – ein Kinder- und Jugendlesefestival“ / 1. Jahr am 29. Mai 2015 in Bochum: Schüler*innen aus der Waldschule und aus der Erich Kastner-Schule präsentierten vor großem Publikum ihre Geschichten, die von der Heimat und ihren kulturellen Besonderheiten handelten. Außerdem gab es Teams, die eine Website über verschiedene Herkunftsländer erarbeitet hatten und kleine Theaterszenen und ein Hörspiel. Die Kinder im Alter von 9-12 Jahren wuchsen auf der Bühne sichtbar über sich hinaus – ein schönes Erlebnis für alle.

Ausstellung „Hier geht’s zum Doc“ im Kulturort DEPOT, Dortmund, vom 14.-23. August 2015: Der Fotograf Andreas Hub hat über Jahre den Arzt Martin Müller und seine Patient*innen portraitiert, die als Menschen ohne festen Wohnsitz, als Drogenabhängige, als Prostituierte und als illegal in Deutschland Lebende zur Behandlung kommen. Diese Menschen haben keine Krankenversicherung und fallen durch das „Versorgungsnetz“. Die Zukunftsstiftung Bildung hat durch die Unterstützung dieser Ausstellung auf die Nöte und auf das Engagement aufmerksam gemacht.

„Motivationsessen“ – ein Treffen von Menschen, die sich für geflüchtete Menschen engagieren, am 2. November 2015: Etwa 20 engagierte Menschen aus dem Ruhrgebiet trafen sich am Abend in den Räumen der GLS Bank, um bei einem gemeinsamen Essen ihre Erfahrungen mitzuteilen aus der Unterstützungsarbeit für Menschen, die in diesen Monaten aus dem großen Flüchtlingsstrom in der Region ankommen. Fragen waren: Was ist akut notwendig? Was wird dringend gebraucht? Welche Hilfen und Angebote sind mittelfristig wichtig? Welche Probleme haben wir zu lösen innerhalb unserer doch inzwischen sehr zerrissenen Gesellschaft? Es ist zu erwarten, dass aus dieser Begegnung Projekte entstehen werden. 

Eigenprojekte

Im zweiten Jahr: „Höre meine Geschichte – ein Kinder- und Jugendlesefestival“
Dieses Projekt, das aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF gefördert wird, läuft mit einer neuen Gruppe von insgesamt 40 Kindern aus der Waldschule (eine Grundschule) und der Erich Kastner-Schule (eine Gesamtschule) im zweiten Jahr. Zum Start wurde wieder die profilierte Erzählerin Selma Scheele eingeladen, um die Kinder und Lehrkräfte auf das „Geschichtenerzählen“ einzustimmen. Der Projektansatz liegt darin, die eigene Identität und ihr Ankommen in der Gegenwart bewusst werden zu lassen durch das Erzählen. Texte sind für die Entwicklung wichtig. Schon immer haben Menschen Geschichten und Tagebücher geschrieben, um das Erlebnis einer personalen Einzigartigkeit von innen nach außen zu bringen. Übungen mit Storytelling, mit Theater und Musik (Singen, Musizieren, Komponieren) werden in wöchentlichen Werkstätten mit den Kindern durchgeführt. Soziales Lernen und sprachliche Vermittlung, Zuhören und gegenseitiger Respekt sind Übungsfelder für Kinder, die im Sozialraum Bochum-Querenburg aus vielen Ländern zusammengewürfelt und unter nicht einfachen Verhältnissen leben. Am Ende des Schuljahres wird im Format eines bühnenreifen Festivals und mit einer Ausstellung, welche die Kinder gestalten, das Ergebnis durch die Kinder präsentiert.

Das Programm „BildungsBande“
Wir haben in diesem Jahr erlebt, wie sich unser Programm BildungsBande erweitern konnte. Die Idee und die dahinter liegende Methodik von Peer Learning finden zunehmend Anklang in den Schulen. Zunächst sind wir im Themenfeld „BildungsBande-damit’s beim Lernen klappt“ quantitativ gewachsen:

In NRW haben wir 17 Projektschulen in Lünen, Dortmund, Bochum, Recklinghausen, Gelsenkirchen, Essen Düsseldorf, Solingen, Velbert, von denen aus Schülercoachs in die Partnereinrichtungen (Grundschulen und Kitas) einmal in der Woche gehen, um dort mit jüngeren Kindern zu lernen, zu spielen und eine freundschaftliche Beziehung aufzubauen. Etwa 250 Schülercoachs besuchen so 65 Partnereinrichtungen. Wir werden noch im Laufe des Schuljahres auf über 20 Projektschulen und etwa 300 Peer Coachs kommen.

In Berlin gibt es 7 Projektschulen mit derzeit knapp 120 Schülercoachs, die in 20 Partnereinrichtungen aktiv sind. Auch hier werden in Zukunft mehr Schulen teilnehmen, erste Verhandlungen hierzu sind durch die Berliner Regionalkoordinatorin angelaufen.

Kinder unterschiedlichen Alters aus verschiedenen Schultypen zusammenzubringen und eine substanzielle Begegnungskultur aufzubauen, die auf Vertrauen und persönlichen Beziehungen beruht, war die Idee, von der das BildungsBande-Programm zunächst ausging. Diese Idee wurde in den letzten 5 Jahren umgesetzt. Mit der Teilnahme von weiteren Schulen wird dieses Thema im Programm weiter ausgebaut. Allgemein ist Peer Education - wie wir festgestellt haben – für weitere Schwerpunkte und Projekte ein hervorragend geeignetes „Transportmittel“. Folglich konnten in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen, mit denen wir inzwischen das Netzwerk BildungsBande organisiert haben, andere Themen als Projekte entwickelt und begonnen werden:

In Dortmund und in Hagen sind seit Beginn dieses Jahres an 4 weiterführenden Schulen 40 Schülercoachs pro Schulhalbjahr im Thema „BildungsBande – mit Energie in die Zukunft“ aktiv. Projektträger ist die wert-voll gGmbH, Dortmund, die mit dem Oko-Zentrum Hamm ein Curriculum in 12 Modulen entwickelt hat, das Energiethemen „zum Anfassen“ zum Inhalt hat. Die älteren Schüler*innen lernen Experimente kennen und beherrschen, die sie mit den Grundschülern am Nachmittag durchführen. Das Konzept ist sehr schlüssig und löst begeisterten Zuspruch bei den Jugendlichen und bei den Grundschulkindern aus. „BildungsBande – mit Energie in die Zukunft“ wird von der RWE Stiftung über eine Laufzeit von drei Jahren gefördert. Projektleiter ist Arne Riepe im Dortmunder Büro der wert-voll gGmbH (www.wert-voll.org).

In Hessen hat sich ein anderer Themenschwerpunkt entwickelt, den wir unter dem Begriff „BildungsBande – mit Kinderrechten in die Zukunft“ zusammenfassen. Wir haben die Arbeit mit Schülercoachs in 5 hessischen Schulen unterschiedlichen Typus zu Anfang des Schuljahres begonnen. 4 Unsere Partnerorganisation Makista e.V. (Macht Kinder stark – mit Kinderrechten) in Frankfurt arbeitet seit zehn Jahren mit den hessischen Schulbehörden und den Ministerien zusammen. In Worms (Rheinland-Pfalz) betreut Makista ein Gymnasium, das ebenfalls seit Beginn dieses Schuljahres Schülercoachs ausbildet und in Grundschulen schickt. Projektleiterin ist Lea Berend im Frankfurter Büro von Makista e.V. (www.makista.de).

Es gibt also in vier Bundesländern BildungsBanden – Gruppen von Schülercoachs –, die mit jüngeren Kindern zu unterschiedlichen Themen regelmäßig zusammenkommen und arbeiten.

Neue Entwicklungen im Programm BildungsBande Schüler drehen Filme
Die Zahl der kurzen, aber schönen Filmclips, die BildungsBande-Teams an NRW-Schulen konzipiert und unter Anleitung einer jungen Filmemacherin gedreht haben, ist in diesem Jahr gewachsen. Sie stellen die Schule vor und bieten einen Einblick in die Arbeit mit den Grundschulkindern. Die Schülergruppen übernehmen selbständig die Organisation (Drehplan, Auswahl der Orte und der Interviewpartner, einschließlich Statements von Schulleitung und Schülern), den Dreh und den anschließenden Schnitt. Alle Filmbeiträge sind auf der Homepage abrufbar.

„BildungsBande – wir knacken das Geldrätsel“ In Zusammenarbeit mit dem Institute for Social Banking, Witten, wurde ein Konzept erstellt, das Peer Education im Format von BildungsBande auf die Thematik „Geld-und Finanzwirtschaft“ einstellt. Das Thema ist anspruchsvoll und wird – im Sinne einer Altersskalierung nach oben – von studentischen Coachs an Schüler*innen der Sekundarstufe herangetragen. In den Modulen werden die Fakten erklärt und Zusammenhänge beleuchtet, aber auch Einsichten zur gesellschaftlichen Funktion von Geld und Möglichkeiten zu einem sinnvollen Umgang erarbeitet. Stand ist, dass das Projekt Geldgebern und Stiftungen vorgestellt wird. Als Coachs werden Studierende der Betriebswissenschaften, Volkswirtschaft und Pädagogik ausgewählt werden.

Modellversuch in Rheinland-Pfalz mit „BildungsBande – mit Kinderrechten in die Zukunft“ Gemeinsam mit Makista e.V. und dem Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz wird die Zukunftsstiftung Bildung mit Beginn des Schuljahrs 2016/17 einen zweijährigen Modellversuch mit mindestens 5 Kita-Einrichtungen starten, in die Grundschüler als Coachs eingebunden sind. Das peer-to-peer Programm zielt auf die Stärkung der Kinderrechte, Partizipation und Verantwortungslernen sowie institutionenübergreifende Vernetzung vor Ort. Die Kosten werden je hälftig vom Ministerium und von der Zukunftsstiftung Bildung getragen.

Neue Homepage für BildungsBande und Imagefilm
Das quantitative Wachstum und die inhaltlichen Erweiterungen im Programm zeigen, dass wir eine neue Homepage brauchen. Sie wird moderner, sehr viel Bildmaterial und O-Töne haben und so – hoffentlich – auch für die Jugendlichen und Kinder ansprechend gestaltet werden. Außerdem wird an einem Imagefilm gearbeitet, der das Programm BildungsBande anschaulich darstellt. Dieser kurze Film soll künftig auch in Präsentationen bei Schulen und in Schülertrainings eingesetzt werden. www.bildungsbande.de

Anwendung auf die Begleitung von geflüchteten Kindern
In der Realschule Höntrop, Bochum, werden erstmals Schülercoachs der BildungsBande als Begleiter und Betreuer der Schüler*innen in den so genannten Willkommensklassen tätig. Die neuen Kinder lernen 10-12 Stunden pro Woche deutsch und werden dann altersgemäß in die Regelklassen integriert. Dort holen sie die Schülercoachs der BildungsBande ab. Beide Gruppen werden speziell von Lehrkräften betreut. Für Berlin und für das Ruhrgebiet werden solche und ähnliche Modelle weiterentwickelt. 

BildungsBande am Demokratietag am 17. November in Berlin in der Heinrich Böll Stiftung
Im Rahmen des 10-jährigen Jubiläums der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik DeGeDe präsentierte Lea Jaenicke das Programm auf einem Stand und hielt einen Workshop zu Peer Education und den praktischen Anwendungen.

Geförderte Projekte

„DemokratieErleben - Preis für demokratische Schulentwicklung" am 16.November 2015
Am 16. November wurden in der Heinrich Böll Stiftung drei Schulen (ein erster Preis und zwei Schulen für den zweiten Preis) geehrt, Schulen, die Kinder und Jugendliche besonders darin fördern, aktiv und verantwortlich die Demokratie mitzugestalten. Alle Arten von Schulen waren eingeladen. Der Bewerbungszeitraum begann am 25. August 2014 und endet am 31. Dezember 2014. Der Preis, von der DeGeDe ausgerichtet, steht für Wertschätzung, Verantwortungsübernahme, Partizipation, demokratische Lern- und Schulkultur und richtet sich gegen jegliche Form von Diskriminierung sowie Demokratie- und Menschenrechtsfeindlichkeit. Er orientiert sich an den Qualitätsstandards: Partizipation, Inklusion und anerkennendem Umgang mit Vielfalt, die in schulspezifischen Konzepten, Aktivitäten und Initiativen in möglichst vielen der acht Entwicklungsbereiche umgesetzt werden sollen. Die Zukunftsstiftung Bildung fördert ab 2015 über drei Jahre das Preisgeld in Höhe von 5.000 EUR. Sie ist Mitglied in der Jury.

Flüchtlingskinder an der Erich Kastner-Schule Bochum – ein Integrationskonzept für schulische Betreuung und Peer Education An dieser Schule werden Kinder, die Flucht und Vertreibung erlebt haben und nun die Schule besuchen dürfen, im Deutschunterricht mit 12 Stunden je Woche zusammengefasst. Anschließend gehen sie auseinander in „ihre“ Klassen und werden dort von Schülerpaten weiter betreut. Eine besonders ausgebildete Lehrkraft ist Ansprechpartner für die Kinder.

Andere besonders ausgewählte Förderungen
Von den Projekten, die in diesem Jahr gefördert wurden, seien weiter genannt:

Hilfe Direkt e.V., Witten arbeitet an der Rudolf Steiner Schule Witten mit Kindern aus Flüchtlingsfamilien, die in den Räumlichkeiten der Schule einen Ort finden zum Malen, Spielen, Deutschlernen und Begegnen.

Förderverein Interkulturelle Waldorfinitiativen Ruhrgebiet e.V., Dortmund: Die so genannte „Bunte Schule“ in der Dortmunder Nordstadt, einem hochproblematischen, so genannten Ankommensquartier mit typischen sozialen, von Einwanderung und Illegalität geprägten Strukturen arbeitet auf der Grundlage der Waldorfpädagogik mit etwa 60 und mehr Kindern aus Herkunftsländern des Balkan, des Nahen und Mittleren Ostens und aus Afrika. Mit Hilfe der Förderung der Zukunftsstiftung Bildung und Vermittlung weiterer Fördergelder ist es gelungen, die Räumlichkeiten so zu erweitern, dass aus dem umgebauten Ladenlokal nun das Hinterhaus mit Innenhof dazu genommen werden konnte. Außerdem können die bisher ausschließlich ehrenamtlichen Helfer und Pädagogen durch angestellte Teilzeitkräfte unterstützt werden. Das wirkt sich auch positiv auf die Öffnungszeiten der Einrichtung aus.

Bochum im November 2015
Matthias Riepe